Die Wahl der Fantastischen Möglichkeit
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Presse Resonanz

„War das nun magischer Realismus oder Surrealismus? ... Die ruhe- und atemlos vorgetragene Geschichte hält immer eine Tür offen, durch die das Wunderbare, Magische, Märchenhafte eindringen kann... Coetzee’s Erzählung ist immer verfremdet, gebrochen, da sie nur von der Aufführung eines Stückes berichtet. Das geschieht jedoch so schnell, schillernd, farbig, amüsant, aber auch anrührend und gar tief traurig, das wir lernen: Theater ist Leben, magisch und surreal.
            Großartig, wie sie nur mit Worten und wenigen Videoprojektionen eine so lebendige Geschichte und Bilder in den Köpfen entstehen lässt.“

Max Florian Kühlem, Ruhr Nachrichten, Bochum, 04.10.06

 

„...eine kurze Performance mit Langzeitwirkung...Es fällt schwer, sich ihrem Sog zu entziehen.“

Claus Clemens, RP (Ruhr Post?) 17.05.05

 

"Mit Charme und schier überbordender Fantasie belebt die Südafrikanerin Yvette Coetzee ihr herrlich absurdes U-Bahn-Märchen. Im besten Sinne "Abgefahren"."

Nürnberger Nachrichten, 07.05.05

 

" Coetzee versucht in ihrer Solo-Performance... dieses Großstadtdickicht zu durchdringen. Sie begibt sich in die Abgründe der Berliner U-Bahn und der menschlichen Seele. [Ihr] Bühnenmärchen seziert nuancenreich und wortgewandt den Zustand paarungswilliger, aber –unfähiger Großstädter und hält unserer anonymisierten Gesellschaft augenzwinkernd den Spiegel vor."

Nürnberger Zeitung, 07.05.05

 

"Es kann den grotesken, letztlich traurigen Kern der Normalität herausschälen. Yvette Coetzee aus Südafrika (früher bei der Handspring Puppet Company) erzählt ein Großstadtmärchen über die Unmöglichkeit der Begegnung und Kommunikation, und Ihre Lebensgroßen, dünnhäutigen bandagierten Figuren zeigen ihre Blöße, stellen ihre beschädigten Existenz zur Schau: das Private, intime ist längst zum begafften, entzauberten Öffentlichen verkommen."

Theater heute, 06.05

 

"Immer rascher sprechend, treibt Yvette Coetzee ihre Erzählung voran...Sie holt die Passagiere aus ihrer Anonymität, gibt ihnen ein persönliches Schicksal, zeichnet mit beredten Gesten skurrile Charaktere und verflicht ihre Geschichten miteinander...Eines ist nach der angenehm unaufgeregten Reise ins Innere der Großstadt gewiss: Die nächste U-Bahnfahrt wird anders."

Berliner Morgenpost, 28.08.03

 

Außer Atem?
Yvette Coetzee erobert mit ihrem Großstadt-Märchen „Die Wahl der fantastischen Möglichkeiten“ den Westflügel Lindenfels

Und dann steht sie urplötzlich im Raum, hinter sich ein absurd anmutendes Kabinett aus menschengroßen weißen Figuren vor einer weißen Leinwand, steht vor uns, schaut uns direkt in die Augen und fängt an zu erzählen. Eine junge Frau in einem zwischen orange und weiß changierenden Sommerkleid, das ihr über die Knie reicht, auf baren Füßen, die Augen weit, fast bis zur Verzerrung, aufgerissen, haselnussbraun, mit einem geheimnisvollen, dunklen Schimmer darin. Sie wirkt irgendwie aufgeregt, diese Frau, beinahe außer sich. Vom Leben angefasst. Aber nicht unbedingt zärtlich.
            Und dann, es ist der Freitagabend im Westflügel Lindenfels, es sind nicht viele Menschen gekommen um Yvette Coetzee und ihr Großstadtmärchen „Die Wahl der fantastischen Möglichkeiten“ zu sehen, ja, und dann erzählt sie uns eine Geschichte, die ein Sammelsurium ist von Geschichten aus dem Alltag, die sich Yvette Coetzee ausgedacht hat, die sie aber zum größten Teil wahrscheinlich auch selbst erlebt hat, sie lebt schließlich seit fünf Jahren in Berlin, der Moloch, bevölkert von 3,4 Millionen Ameisenmenschen, die durch dieses Dickicht hindurcheilen jeden Tag, ein Drittel von ihnen mit der U-Bahn. Jeden Tag. Yvette Coetzee gibt ihnen allen eine Geschichte mit in den Untergrund, wo ja mehr verschwindet, als nur das Licht. Dem Mann, der glaubt, ein Aquarium zu sein, der Frau mit der Zahnlücke zwischen den Vorderzähnen, dem Mann, der seinen Goldfisch liebt, dem Mann, der alles wissen will, dem Mann, der nie Zeit hat. Und Tom, der einen Hauptfigur, der 20 Stunden am Tag mit der U-Bahn fährt. Jeden Tag, immer wieder aufs Neue. Und der Frau, die sich selbst anruft, um sich ihrer selbst zu vergewissern, einsam wie sie ist.
            Berlin, wie jede Millionenstadt, gebiert viele solche Personen. Menschen, deren Privatheit im öffentlichen Raum ausgestellt wird, ohne dass sie als solche anerkannt würde; Schicksal geschieht oft en passant.  Yvette Coetzee schaut diese Menschen, schaut Tom, die Frau, die sich selbst aufs Band spricht, all die anderen mit einem hohen Maß an Liebe an, vielleicht weil sie, die aus Pretoria einst nach Berlin kam , Einsamkeit kennt, wer weiß. Und nie denunziert sie mit dieser Liebe (was ja durchaus möglich ist) eine der Figuren, von denen sie erzählt, in deren innerstes Seelenheim sie schlüpft, so dass man zwischendurch gar nicht mehr weiß, wer sie wirklich ist – was grandios ist. Eine Stunde lang rennt und stolpert sie und hastet sie mit Tom und den anderen und mit den Geschichten, die immer auch ihre Geschichten sind, weil sie diese in sich spürt, durch den Raum, rennt durch ihren eigenen Text, fast so, als würde sie Angst davor haben, dass er sie einholt. Regisseur Hendrik Mannes hat dieser außerordentlichen, außerordentlich präsenten Schauspielerin dazu weitreichende Freiheit gegeben, wissend, dass der dichte Text danach verlangt, nach dieser Freiheit, jede Fixierung würde ihn anämisch werden lassen. Oder sogar zerstören.
            Weil es kaum mehr Möglichkeiten gibt, in diesem rasenden Stillstand, wo die Zeit den Menschen gleichermaßen überrollt wie gefrieren lässt, hat Mannes eine Videowand aufgestellt, als eine Art Memorierfeld, auf dem die Gedanken festgehalten werden können, die andernorts sich vermutlich verlieren würden oder einfach davonlaufen (Animation: Tyson Cross). Und dann stehen eben solche Sätze da, die dem Individuum seine Existenz erklären müssen, wo man doch glaubte, sie sei gesetzt, diese Existenz. Man müsse sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen hat Camus gesagt. Und dann müsste man aber sagen, dass es verdammt noch mal nicht einfach ist, glücklich zu sein.
            Und dann steht sie, völlig ausgelaugt, vor uns im Raum, hinter sich die Figuren, die schweigend viel erzählt haben, steht dort und lächelt uns an. Außer Atem. Sie. Aber auch wir. Ein großer Abend. Auch, weil er diese Größe nie gewollt hat.

Jürgen Otten. Leipziger Volkszeitung, Kultur, 17.07.06, S.9

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